Frauke Petry: Politische „Bildung“ in Lehrerausbildung – Erst wird das Land, dann der Mensch verändert Berlin, 25.09.2018. Der Präsident der […]
«Politische „Bildung“ in Lehrerausbildung

Frauke Petry: Politische „Bildung“ in Lehrerausbildung – Erst wird das Land, dann der Mensch verändert
Berlin, 25.09.2018. Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, fordert von jedem angehenden Lehrer einen Leistungsnachweis für politische Bildung. Das bedeute zugleich eine Änderung der Lehrerausbildung, so Krüger im ZDF. Angesichts der Erfolge von AfD und Pegida in Sachsen hätten sich Lehrer im Osten Deutschlands in der Vergangenheit zu wenig um die Vermittlung politischer Bildungsinhalte gekümmert. Das sei ein „kapitaler Fehler“ gewesen. In diesem Zusammenhang wirkten Erfahrungen aus der DDR nach. Damals habe man sich von politischen Fragen abgegrenzt, was unter Umständen auch eine „Überlebensfrage“ gewesen sei.
Frauke Petry, MdL und MdB der Blauen Partei, kritisiert:
„Lieber Herr Krüger, schauen Sie doch noch einmal ganz genau auf den Namen Ihrer Behörde: Dort steht politische Bildung, nicht politische Indoktrination. Denn das dürfte es wohl sein, was Ihnen vorschwebt. Möglichst moralisierendes Eintrichtern von Positionen, die sich in vielen Punkten nicht mit der Meinung der Menschen in diesem Land decken dürften. Insbesondere die versteckte Bemerkung, dass Lehrer quasi mitschuldig am Zuwachs von AfD und Pegida im Osten seien, zeigt, wohin die Reise gehen soll. Dass es gerade kurzsichtige und sich kaum noch interessierende Politiker ohne Bezug zu den Problemen im Land sind, die für diese Situationen gesorgt haben, lässt der Präsident geflissentlich unter den Tisch fallen.
Damit wäre auch schon das eigentliche Problem benannt: Solange sich in Berlin und den Bundesländern nicht dahingehend etwas ändert, die politischen Verfehlungen der letzten Jahre einzugestehen und anschließend grundlegend zu korrigieren, wird sich das Kopfschütteln im Volk nicht durch Politunterricht beseitigen lassen.
Dass Herr Krüger zudem – trotz seiner Vergangenheit als Bürgerrechtler – die SED-Prägung des DDR-Alltags bagatellisiert, wird dann deutlich, wenn er meint, dass man sich von politischen Fragen stets abgegrenzt habe. Ganz im Gegenteil – alles wurde politisiert. Selbstverständlich im Sinne der herrschenden Weltanschauung. Deshalb wurde auch jeder Bildungsweg von politischer Bildung begleitet. Man nannte das im Übrigen ‚Rotlichtbestrahlung‘. Ob wissentlich oder nicht: Diese Bemerkung lässt daran zweifeln, ob Thomas Krüger überhaupt der Richtige für diesen Job ist.
Dass nun ernsthaft darüber nachgedacht wird, Lehrer nur noch dann auf formbare Kinder anzusetzen, wenn sie sich im Sinne einer wie auch immer gearteten Grundmeinung ‚zuverlässig‘ gezeigt haben, sollte uns allen zu denken geben!“


