„Die Bewegung Voluntary Human Extinction Movement (VHEMT) ist der Ansicht, dass Menschen keine Kinder mehr bekommen sollten, damit die Menschheit […]
«Voluntary Human Extinction Movement (VHEMT) fordert Kinderverzicht

„Die Bewegung Voluntary Human Extinction Movement (VHEMT) ist der Ansicht, dass Menschen keine Kinder mehr bekommen sollten, damit die Menschheit ausstirbt. Nur so könne man die bedrohte Biodiversität retten.“
Schon heute bekommen Frauen vor allem in westlichen Ländern so wenige Kinder, dass die Bevölkerungsschrumpfung nur noch durch Migration verhindert werden kann. Die durchschnittliche Geburtenrate beträgt in Deutschland 1,49 Kinder pro Frau. In fast allen anderen Industrienationen ist die Quote ebenfalls unter 2 Kindern pro Frau, ergo: Bevölkerungsschwund. Der Demografische Wandel wird vor allem in Deutschland als hohes gesellschaftliches und wirtschaftliches Risiko gesehen.
Es ist bezeichnend, dass die VHEMT-Bewegung der Überzeugung ist, den Bevölkerungskollaps durch Kinderverzicht vor allem in den westlichen Ländern verhindern zu können, obwohl die geburtenstärksten Länder laut Statistik vor allem im afrikanischen und asiatischen Raum zu finden sind*. Die Lösung kann also nicht Kinderverzicht lauten, sondern Bildung und Aufklärung.
Das Dilemma der geburtenstarken Länder ist vor allem Armut, geringe Bildungschancen, hohe Kindersterblichkeit und archaische Familienbilder. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts waren auch die heutigen Industrienationen geburtenstark. Das änderte sich erst, als sich die Bedingungen für die Bevölkerung merklich verbesserten und ein gewisser Wohlstand einzog. Diese historische Erfahrung sollte genutzt werden, um der sogenannten „Dritten Welt“ einen Weg aus der Verelendung zu ermöglichen.
Die Rede ist hier nicht von einer restriktiven „1-Kind-Politik“, wie sie China einführte, sondern von Hilfe zur Selbsthilfe vor allem durch Bildung. Eine besondere Rolle in diesem Zusammenhang spielt die Verbesserung der Bildungssituation für Mädchen. So weist eine Studie der Weltbank darauf hin: „Investitionen in Bildung für Mädchen sind die wirksamsten Einzelinvestitionen, die ein Entwicklungsland vornehmen kann. Die Ausbildung von Mädchen wirkt auf alle Dimensionen der Entwicklung: geringere Kinder- und Müttersterblichkeit, eine geringere Fruchtbarkeitsrate, höherer Bildungsstand bei Töchtern und Söhnen, höhere Produktivität und besserer Umgang mit der Umwelt.“ Bessere Bildung in Entwicklungsländern ist der primäre Schlüssel für gelingende Entwicklungsarbeit, den globalen Kampf gegen Armut und Überbevölkerung.


