Der Basketball-Verein Alba Berlin möchte seine Cheerleader nicht länger auftreten lassen. Die Begründung: Die knapp bekleideten Tänzerinnen sollen nicht mehr […]
«Cheerleader nicht mehr zeitgemäß

Der Basketball-Verein Alba Berlin möchte seine Cheerleader nicht länger auftreten lassen. Die Begründung: Die knapp bekleideten Tänzerinnen sollen nicht mehr zur Unterhaltung in den Pausen dienen. Stattdessen sollen sich Mädchen die Basketballerinnen als Vorbild nehmen.
Was hier unter dem Deckmantel des Feminismus passiert, ist in Wahrheit purer Sexismus. Cheerleading ist ein Hochleistungssport. Ein zugegebenermaßen nett Anzusehender dazu. Die Frauen – und auch Männer – trainieren sehr hart, teils mehrere Tage in der Woche. Völlig unbeachtet sind die regelmäßig stattfindenden Weltmeisterschaften, die diesen Sport würdigen und bei denen Deutschland bisher respektable Ergebnisse erzielen konnte. Wer den Cheerleadern öffentliche Auftritte bei sportlichen Ereignissen untersagt, weil sie – freiwillig – in ästhetischer Teamkleidung ihr sportliches Können präsentieren, der kann genau so gut Schwimmerinnen, Läuferinnen, Turnerinnen und auch Tänzerinnen boykottieren.
Vor einigen Jahrzehnten haben Frauen hart dafür gekämpft, in der Kleidung ihrer Wahl einen Sport ihrer Wahl ausüben zu dürfen. Heute wird diese Entscheidungsfreiheit in Frage gestellt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die selbsternannten Kämpfer der Frauenrechte auch Miniröcke, figurbetonte Jeans und Schuhe mit Absätzen erfolgreich in die Schmuddelecke stellen. Einst ein Zeichen für Emanzipation, heute Sexismus. Alles zum Wohl der Frauen natürlich. In anderen Ecken der Erde ist man in diesem vorgeblichen Zweck schon weiter und verhüllt die Frauen zu ihrem vermeintlich Schutz gleich komplett.


