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Sehr geehrter Herr Etzold,   vielen Dank für Ihre Anfrage zu Zeiten meiner Abwesenheit in den Sitzungswochen des Deutschen Bundestag […]

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+++ Offener Brief an einen Focus-Redakteur +++

+++ Offener Brief an einen Focus-Redakteur +++
Sehr geehrter Herr Etzold,
 
vielen Dank für Ihre Anfrage zu Zeiten meiner Abwesenheit in den Sitzungswochen des Deutschen Bundestag in diesem Jahr.
 
Da ich mich kurz vor Weihnachten über soviel mediale Anteilnahme freue, hier meine ausführliche Antwort als offener Brief:
 
In den ersten Monaten 2019 durfte ich mich mit dem durch die sächsische CDU angezettelten „Meineid-Prozess“ am Dresdner Landgericht unter Begleitung eines seit 4 Jahren medial ausgeschlachteten Trommelfeuers auseinandersetzen. Zehn Prozesstage förderten zu Tage, was Interessierte ohnehin wissen konnten: dass CDU und Linke den Wahlprüfungsausschuss seit 2015 gegen ihren politischen Angstgegner AfD in Person ihrer Vorsitzenden instrumentalisiert hatten und auch vor fragwürdigen juristischen Praktiken nicht zurückschreckten. Die überwiegende Berichterstattung konzentrierte sich stattdessen auf meine vermutlich zu erwartende Strafe, nicht auf die politisch ungeheuerlichen Vorgänge seit 2015.
 
Im Mai brachte ich mein sechstes Kind zur Welt. Der Mutterschutz dauert – ohne Elternzeit – vor der Geburt 6 Wochen, danach 8 Wochen. Auch das war und ist kein Geheimnis.
 
Ende August – noch in der Parlamentspause zog ich mir bei einem Unfall eine schwere Verletzung an der rechten Hand zu, die seitdem nicht nur mehrere Operationen nötig machte, sondern auch zahlreiche, bis heute andauernde Reha-Maßnahmen, um eine weitgehend normale Funktionalität der Hand wiederherzustellen.
 
In diesem Monat habe ich wiederum das zweifelhafte Vergnügen, auf der Anklagebank zu sitzen, nachdem ein Ex-Berater mich nach zwei verlorenen Gerichtsverfahren des Subventionsbetruges bezichtigt hat. Das Verfahren gegen ihn wurde inzwischen gegen Auflage eingestellt, über die Glaubwürdigkeit seiner Aussage wird das Gericht demnächst befinden.
 
In allen Fällen war ich im Übrigen ordnungsgemäß entschuldigt.
 
Angemerkt sei noch, dass mein Mitabgeordneter Mario Mieruch und ich selbst bis vor kurzem die Liste der meisten Redebeiträge im Deutschen Bundestag fast unangefochten anführten. Ein Umstand, der in Ihrer Berichterstattung über Abwesenheiten im Hohen Haus sicherlich die gleiche Gewichtung erhält wie der Blick auf die entschuldigten Fehlzeiten.
 
Mir sei eine persönliche Anmerkung erlaubt (und die kurze Aufzählung lässt sich beliebig erweitern):
 
– wenn Anfragen wie diese mehr Priorität zu haben scheinen als Recherchen darüber, welcher gesellschaftliche Schaden z.B. in Leipzig durch wiederholte, mutmaßlich politische, Sabotage von Baustellen und Bahngleisen entsteht,
 
– wenn Printmedien in großer Zahl unreflektiert apokalyptische Klimaszenarien mit ebensolchen Fotos garnieren und sich beharrlich weigern, die bekannten finanziellen Verstrickungen zwischen Bundesministerien, Behörden und Netzwerken der Energiewende publik zu machen, die den sog. Klimaschutz als gigantische Abzocke der Bürger entlarven,
 
dann ist der Niedergang dieser Branche nicht nur redlich verdient, sondern notwendig, damit eine neue und hoffentlich qualitativ bessere Generation von Journalisten heranwachsen kann.
 
Gesegnete Weihnachten und ein frohes neues Jahr 2020!
 
Dr. Frauke Petry, MdB